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16.02.2017

"Fences": Großes Schauspiel im starren Setting

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Jovan Adepo Mykelti Williamson
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August Wilson Theaterstück "Fences" erzählt eine afroamerkanische Alltagsgeschichte aus den Fünfzigern. Denzel Washington adaptierte das Drama fürs Kino und schlüpfte auch gleich in die Hauptrolle. "Fences" ist für vier Academy Awards nominiert.


Einen Oscar als bester Hauptdarsteller hat Denzel Washington schon ("Training Day", 2001), ein weiterer könnte heuer hinzukommen. Für die männliche Hauptrolle in "Fences" wurde der 62-Jährige immerhin schon mit dem Screen Actors Guild Award ausgezeichnet. Die Konkurrenz ist in diesem Jahr - unter anderem mit Casey Affleck ("Manchester by the Sea") und Ryan Gosling ("La La Land") - aber gewaltig.

Was für Washingtons neuerlichen Oscar-Triumph spricht: Plot, Produktionsdesign und sonstiger Schnickschnack lenken hier in keinster Weise von der Leistung der Darsteller ab; das Schauspiel steht ganz klar im Vordergrund und lädt praktisch zum Glänzen ein. Neben Washington tut dies vor allem Viola Davis, die von der Academy ebenfalls mit einer Nominierung geehrt wurde.


Großes Schauspiel, kleine Bühne
Typisch für eine Bühnenadaption ist  "Fences" dialoglastig und in der Einhaltung der räumlichen Einheit unerbittlich. Das Drama spielt sich in Wohnzimmer, Küche und Hinterhof eines kleines Häuschens ab. Ausnahmen sind absolute Mangelware. In diesem Mikrokosmos inmitten eines 50er-Jahre-Sozialghettos behaupten sich die Figuren als lebensnahe Schablonen des zunichte gemachten amerikanischen Traums.

Washingtons Troy Maxson ist ein Gschichtl-druckender, verbitterter Ex-Häftling, der in Pittsburgh als Müllmann sein Dasein fristet. Einst als Baseball-Ass eine lokale Legende, wurde ihm aufgrund seiner Hautfarbe der Aufstieg zum Sport-Star verwehrt. Seinen jüngsten Sohn (Jovan Adepo) und seine Gattin ( Viola Davis ) lässt er das tagtäglich spüren. Zugleich nagt auch die Schuld an Troy: Ohne das Geld seines kriegsversehrten Bruders Gabriel (Mykelti Williamson) stünde er praktisch vor dem Nichts. Zermahlen zwischen altem Groll und dem Gin-durchsetzten Drang nach Selbstverwirklichung, zerstört Troy langsam aber sicher seine Familie.

Fazit
Die schauspielerischen Leistungen des "Fences"-Casts sind zweifellos sehenswert; auf einer Theaterbühne wäre das Stück trotzdem besser aufgehoben. Nach knapp zweieinhalb Stunden wirken das monotone Setting und die ausufernden Dialoge recht ermüdend. Wenig verwunderlich, dass Denzel Washington zwar als bester Hauptdarsteller, nicht aber als bester Regisseur für den Oscar nominiert wurde.

"Fences" startet am 16. Februar 2017 in den österreichischen Kinos.


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Jovan Adepo

Mykelti Williamson

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