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Diese Sundance Filme gewannen später Oscars
Wer ohne Unterstützung eines großen Studios einen Film auf die Beine stellt, möchte ihn normalerweise auch einem größtmöglichen Publikum vorstellen. Um einen passenden, finanzstarken Vertrieb zu finden, eignen sich vor allem Festivals, die auf Independent Produktionen spezialisiert sind. Das renommierteste dieser Art ist das Sundance Filmfestival, das traditionell in Park City im US-Bundesstaat Utah und heuer von 18. bis 28. Jänner stattfindet. Noch sind die meisten Streifen im Programm relativ unbekannt, im kommenden Jahr könnten sie aber als Favoriten für die berühmtesten Filmpreise der Welt gehandelt werden. Das Sundance gilt als Sprungbrett für die Academy Awards, zahlreiche der in Utah präsentierten Produktionen heimsten später Oscars in den Hauptkategorien ein. In unserer Bildergalerie (siehe oben) erfahren Sie, welche ihrer Lieblingsfilme beim Sundance Filmfestival entdeckt wurden. (lfd)
Gemein-geniale Mama ist der große Oscar-Favorit
Tag für Tag fährt Mildred (Frances McDormand) die Straße entlang, an der ihre Teenager-Tochter entführt, vergewaltigt und ermordet wurde. Die DNA-Spuren führten ins Nichts, Polizeichef Willoughby (Woody Harrelson) ist dem Täter nach sieben Monaten keinen Deut näher. Da kommt Mildred eine perfide Idee: Sie mietet die drei verfallenen Reklametafeln (engl. "billboards"), die an eben jener Straße stehen und lässt sie mit einer eindeutigen Botschaft plakatieren. "Vergewaltigt, während sie starb. Immer noch keine Verhaftungen. Warum, Chief Willoughby?" steht fortan in riesigen Lettern an der Ortseinfahrt. Niemand ist über Mildreds Kampfansage erfreut. Ihr Sohn (Lucas Hedges), ihr Ex-Mann (John Hawkes), Willoughby, sein rassistischer Redneck-Gehilfe Dixon (Sam Rockwell), ja sogar der Zahnarzt von Ebbing - sie alle versuchen, die auf Rache sinnende Mutter zur Vernunft zu bringen, ob mit freundlichen Worten, Drohgebärden oder Repressalien. Doch Mildred ist nicht nur ein Sturschädel, sie kann auch einiges einstecken... Oscar-würdig Regisseur und Drehbuchautor Martin McDonagh ("Brügge sehen... und sterben?", "7 Psychos") ist für seine irrwitzigen Thriller-Plots und kultigen Dialoge berühmt. Wenn Mildred die katholische Kirche mit einer Straßengang vergleicht oder Willoughby über Rassismus und Schwulenfeindlichkeit in den Reihen der Polizei philosophiert, blitzt McDonaghs schelmische Genialität auf. Mehr noch als die verbalen Schmankerln beeindrucken aber die umwerfenden Charaktere des Films. Sofort wachsen sie den Zusehern ans Herz, sofort fiebern sie mit ihnen mit. Für Spannung sorgen dabei vor allem die Querelen und Anfeindungen, mit denen sich Mildred herumschlagen muss. Das Mord-Mysterium lauert zwar stets im Hintergrund, im Kern von "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" stehen aber Kleinstadt-Dynamik und Familiendramen. Martin McDonaghs neues Werk ist grausig, fesselnd, bitterböse und vollgepackt mit schwarzem Humor. Dass dem Publikum das Lachen des Öfteren im Halse stecken bleibt, darf als Qualitätsmerkmal gelten. Frances McDormand verdient allein schon für ihr Mienenspiel einen Oscar, ihre aufmuckende, fluchende, unverrückbare Mildred einen Platz unter den gefeierten Heldinnen der Kinogeschichte. "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" startet am 26. Jänner 2018 in den österreichischen Kinos.
So friedlich ist "Der Soldat James Ryan" ohne Männer
Ein selbsternannter "Männerrechts-Aktivist" stellte eine Version von "Star Wars VIII" online, in der die weiblichen Figuren entfernt worden waren. Der Aufschrei war groß, die stark gekürzte Fassung erntete vor allem Spott und Häme - unter anderem von Rian Johnson, seines Zeichens Regisseur und Drehbuchautor von "Die letzten Jedi", sowie den Schauspielern Mark Hamill und Jon Boyega. Für die witzigste Reaktion zeichnet aber ein gewisser Juche Box Hero verantwortlich. "Als Antwort auf den MRA [Men's Rights Activist, Anm.] Trottel, der alle Frauen aus 'Die letzten Jedi' geschnitten hat", twittert er, "habe ich mich entschlossen, alle Männer aus 'Der Soldat James Ryan' zu schneiden. Hier ist das Gesamtergebnis." In response to the MRA douche who edited all the women out of #TheLastJedi, I decided to edit all of the men out of Saving Private Ryan. Here it is in its entirety. pic.twitter.com/egZTDhDKi3— Juche Box Hero (@LoganJames) 17. Januar 2018 In "Der Soldat James Ryan" (1998) kommen beinahe ausschließlich männliche Charaktere vor. Die Testosteron-freie Version dauert daher nur knapp unter zweieinhalb Minuten. Der hyperrealistische, äußerst brutale Kriegsfilm wird so zum friedlichen Kurzstreifen. Statt Blut gibt es vor allem wehende Fahnen und Grabsteine zu sehen. (lfd)
Der Stier auf der Bühne ist nur die Spitze des Eisbergs
Ein Stier als Statist, ein Chor, der lieber in der Diagonale als im Viereck aufgestellt wäre und Bühnennebel, der wegen der Sänger am Boden entlang eingeblasen werden muss. Hinter den Kulissen des Pariser Opernhauses geht es um Kunst, Leistung aber auch um Begehrlichkeiten und Befindlichkeiten von der Gewerkschaft bis zum Ballettdirektor. Mäuschen an der (Stall- und Chefbüro-)Wand Jean-Stéphane Bron ging völlig unbeleckt in eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt. Den Direktor durfte er beim geheimen Telefonat mit dem Kulturministerium filmen, den neuen Bass-Bariton bei seiner ersten Kostümanprobe. Mit der Primaballerina war er bei der Probe, mit dem Nachwuchs beim Konzert, bei dem die Eltern zuschauten. Den Stier besuchte er am Hof, wo er mit klassischer Musik beschallt wird, um ihn auf seinen Auftritt auf der Bühne vorzubereiten. Auch die Ängste des Chors, dass der Stier vielleicht auf der Bühne durchgehen könnte, sind festgehalten. Superstar oder Putzfrau: Ohne sie geht es nicht Auch Superstars der Branche, sowohl zu Gast an der Oper (Jonas Kaufmann) als auch dort fix angestellt (Natalie Portmans Mann und Ballettchef Benjamin Millepied) werden als Rädchen im großen Ganzen gezeigt. Bron wollte jedoch ausdrücklich "keine Hierarchie zwischen Figuren einführen. Ich wollte für alle dieselbe Aufmerksamkeit und knüpfte dabei an bei einer der Charakteristiken der veristischen italienischen Oper des 19. Jahrhunderts, wo allen Figuren, ob groß oder klein, dieselbe Aufmerksamkeit geschenkt wird." Wieviel schwitzt eine Diva auf der Bühne? Die noble Fassade, die man vom Zuschauerraum aus mitbekommt, ist nur die Spitze des Eisbergs. Hinter der Bühne tut sich viel mehr, als der Zuschauer und sogar der einzelne Mitarbeiter mitbekommt. Der Filmemacher setzt auf ungewöhnliche Szenen. Die Ladys von der Maske, die diskutieren wieviel die Diva in welcher Szene schwitzt und die Regie, die die Opernarien zum Gaudium der Kollegen mitträllern. In einer Szene quälen sich die Sänger bei den Proben zum "Meistersinger von Nürnberg" mit der richtigen Aussprache des Wörtchens "Wurst". Zwischen Anschlägen, Streik und persönlichen Befindlichkeiten Bron hat mit der Herbstsaison 2015 einen Wendepunkt an der Oper festgehalten. Ballettmeister Benjamin Millepied stand - was damals noch keiner wusste - kurz vor dem Abgang, Operndirektor Stephane Lissner fing gerade an (die Vorbereitung auf seine erste Pressekonferenz ist eine Schlüsselszene). Ein riesiger Streik legte in Frankreich die Arbeitswelt - und zum Teil auch die Oper - lahm. Die Anschläge unter anderem während eines Konzerts im Bataclan mit 130 Toten und 683 Verletzten entsetzte Europa und erschütterte die französische Kulturszene. Blick hinter die edle Fassade zahlt sich aus Jean-Stéphane Bron drehte eine ungewöhlich lange Zeit an der Pariser Oper, die für ihn anfangs ein unbekanntes Territorium war. Das Resultat ist ein Blick, der hinter auf Hochglanz polierte Fassaden und edles Gehabe schaut. "Oper" ("L'Opéra de Paris") ist deshalb nicht nur für Fans, sondern auch für jene geeignet, die nicht einmal ahnen, dass sie welche werden könnten. (lam)
Actionfeuerwerk im neuen "Tomb Raider"-Trailer
Die ersten Trailer des Action/Abenteuer-Films zeigten in erster Linie, dass die neue Kino-Lara die vertrauten Bewegungsabläufe ihrer Game-Vorlage punktgenau imitiert. Die neue Vorschau setzt nun auf Action, Action, Action... und ein wenig Story. Erst bekommen die Zuseher Laras Vater (Dominic West), Mutter (Kristin Scott Thomas), Sidekick (Daniel Wu) und Widersacher (Walter Goggins) vorgestellt, dann kämpft die unkaputtbare Archäologin zum Sound von "Survivor" - ein reduziertes Cover der Destiny's Child Nummer - sehenswert um ihr Leben. Eine neue Info zur Handlung des Films gibt's dann auch noch: Lara Croft tritt gegen die Schurken-Organisation Trinity an, die einen Genozid globalen Ausmaßes plant. "Tomb Raider" startet am 16. März 2018 in den österreichischen Kinos. (lfd)
Knallharte Ballerorgie in den Straßen von L.A.
Frauen als Tauschware, Lockvögel und dekorative Begleiterscheinungen? "Criminal Squad" ("Den of Thieves" im Original) setzt in puncto Objektivierung des schönen Geschlechts alte Maßstäbe. Das aber weniger durch locker sitzende De­kolle­tés und wackelnde Hintern, als durch den beinah vollständigen Verzicht auf weibliche Figuren. Eine derartige Ausgrenzung kennt man im Mainstream-Kino praktisch nur aus dem Kriegsfilm - und als solcher präsentiert sich "Criminal Squad" dann auch. Los Angeles wird zum Schlachtfeld, die Waffen der Protagonisten haben Militär-Kaliber und die Gewaltexzesse meist einen taktischen Hintergrund. Ein Coup, ein Spitzel Die Bankräuber Ray (Pablo Schreiber), Levi (50 Cent) und Bosco (Evan Jones) planen einen scheinbar unmöglichen Coup. Als bei einem ihrer Überfälle eine Handvoll Cops über die Klinge springt, schnappen sich Sheriff Big Nick (Gerard Butler) und seine Leute den Fahrer der Bande. Donnie (Ice Cubes Sohn O'Shea Jackson Jr.) soll die Ermittler auf dem Laufenden halten und steht schnell unter Druck von beiden Seiten. Atemberaubendes Finale Selbst in den härtesten Gangsterthrillern ist normalerweise Platz für weibliche Charaktere, selbst wenn sie nur als Erdung für die raubeinigen Ballermänner dienen. Die Glanzlichter des Genres messen den Damen meist mehr Bedeutung bei, wie etwa Michael Manns "Heat"(1995) und "Miami Vice" (2006). Dort definieren sich die Helden nicht nur durch ihre Frauen, letztere spielen auch eine tragende Rolle im Plot. "Criminal Squad" setzt dem Publikum hingegen eine hermetisch abgeriegelte Männerwelt vor. Spätestens als die Ermittler verkünden, dass die Wurzeln der Gangsterbande im Highschool Football liegen, wird klar: Maskuliner geht es nicht. Mehr Hintergrundgeschichte verwehrt uns Regisseur und Drehbuchautor Christian Gudegast übrigens. Gemeinsam mit Big Nick betrachten wir daher schließlich ein Bild des jungen Ray im Marines-Outfit und fragen uns (ohne Hoffnung auf eine Antwort): "Was ist bloß mit dir passiert?" Das alles macht die Charaktere von "Criminal Squad" so eindimensional, dass es schwer fällt, auch nur die geringste Gefühlsregung für ihr Schicksal aufzubringen - bis der große Showdown kommt... Die letzten 45 Minuten des Films sind Spannung pur. Plötzlich ist es völlig egal, dass wir so wenig über Big Nick und Co. wissen; das schweißtreibende Katz-und-Maus-Spiel zwischen Sheriff(s) und Räubern fesselt auch ohne Background-Story. Ein grandioses Finale, dass man vor allem als Fan kompromissloser Gangsterthriller gesehen haben muss. "Criminal Squad" startet am 2. Februar in den österreichischen Kinos.